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Kaum saß er im Schooße seiner Neichthümer, so warder aus einem Verschwender ein Sklave des Geizes. Aberder Dämon der Wollust wich nicht von ihm, und seineGrundsätze hatten sich so wenig gebessert, daß er noch im-mer das Versprechen der Ehe zur Angel der Verführungbrauchte.
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Auf einer Reise, die er bei der Ucbernahme seiner Be-sitzungen nach seinem entlegensten Landgute machte, saher dort ein blühendes siebzehnjähriges Mädchen von seltnerSchönheit. Es war Antonic, die Vater- und mutterloseTochter eines verstorbenen Pfarrers. Sie gefiel ihm un-gemein; aber desto weniger behagten ihm die Nachrichten,die er über sie einzog. Die Landleute sprachen von ihrwie von einer Heiligen, und er hätte lieber gehört, daßsie eine Sünderin sep. Dessen ungeachtet blieb er entschlos-sen, sie in Versuchung zu führen- Er zweifelte auch keinenAugenblick an einem glücklichen Erfolg, weil er Shakspcarsberühmtes Wort: „Schwachheit, dein Name ist Weib!"schon zu oft bestätigt gefunden und dadurch den Glaubenverloren hatte, - daß die Tugend irgend eines Frauenzim-mers unerschütterlich sep.
Antonie wohnte bei weitläufigen Verwandten, die, vonder Theuerung aus einer benachbarten Stadt vertrieben,ein Dorf zu ihrem Aufenthalte gewählt hatten. Sie er-nährte sich und diese verarmte Familie durch weiblicheKunstarbeiten, die ihr leicht und zierlich von der Handgingen. Der Oberste, der das erfuhr, kam geschwind aufden Einfall, in eigener Person bei ihr Manschetten zu be-stellen. Unwissend, was für ein gefährlicher Mann er