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Zehlen hat der Herr von BleiLebenslang geschrieben;
Aber er ist selbst dabeiEine Null geblieben.
Dcr Finanzrath hatte den Namen mit der That: erwar ein ganz bleierner Mensch, und es geschah ihmkein Unrecht, wenn man ihn eine Null in der geistigenWelt nannte. Seine Einfalt bewegte fast zum Mitleiden,und sein Geiz überstieg allen Glauben. Dennoch hätteer gewiß eine große Summe aufgeopfert, wenn es mög-lich gewesen wäre, den Kammerjunkcr damit auf eine er-laubte Art aus der Welt, oder wenigstens aus der Stadtzu schaffen, weil ihn dieser Schadenfroh überall mit derGeißel des Spottes verfolgte.
Emiliens dritter Liebhaber war ein achtnngswertherJustizrath, den sie jenen Beiden weit vorzog und zu ihremzweiten Gemahl bestimmte. Eines Abends erwartete sicseinen Besuch. Sie hoffte, sich ungestört mit ihm unter-halten zu können, da sic den Finanzrath auf seinem Land-gute und den Baron bei Hofe vermuthete; aber plötzlicherschien der Geizige in einem prächtigen, gestickten Kleidevon dcr neuesten Mode. Sie erschrack über seine Zier-lichkeit; denn von ihm war zu erwarten, daß er diesenAufwand nicht ohne Absicht gemacht hatte. Er kam auch
wirklich mit dem Vorsatz, ihr seine Hand anzutragcn.
Aber indem er kaum das Gespräch mit einer scharf-sinnigen Kritik des unfreundlichen Hcrbstwetters eingeleitethatte, fuhr ein Wagen am Hause vor, und der Kammer-junkcr hüpfte heraus. „Ei, wär' er doch, wo der Pfefferwächst!" rief dcr Finanzralh. „Ich will mich so lange,bis er wieder fort ist, in einem andern Zimmer ver-bergen." —