Der Kutscher wider Willen
Die Klage, daß das Glück seine Gaben ungleich ver-theile, ist so alt, als die Welt. Sogar im Fache derLiebe übt es diese Parteilichkeit aus. Manche Dameseufzt fruchtlos nach Einem Verehrer; andere haben Du-tzende zu verschenken.
Eine so neidenswerthe Kapitalistin war Emilie zwarnicht; doch hätte fic aus ihrer Hcrzcnskasse zwei noth-leidenden Mitschwestern aushelfen können. Sie hatte alsodrei Liebhaber.
Für eine Wittwc. von einundzwanzig Jahren, die ebenso viel Geist als Schönheit besaß, war das nicht zu viel.Diese Eigenschaften verdankte sie jedoch nur einem Ver-ehrer. Die übrigen liebäugelten mit ihrem Landgute undihren Kapitalien.
Einer dieser Herren war der Kammerjunker, BaronHusch; ein Erzwitzling. Er machte einst auf seinen Ne-benbuhler (der vorher eine Wechselbank gehalten hatte undjetzt als geadelter Titular-Finanzrath in Ruhe lebte) ausdem Stegreif dieses Epigramm: