Brautgemach zurück, um sich ins einsame Bett zu werfen.Aber sie überholte ihn, stellte sich wie eine Schildwachevor die Thür und ließ ihn nicht ein. Er bat, nach einemlangen Wortwechsel, ihm nur seine Kleider herauszurei-chcn; allein auch diese wurden verweigert, weil sie be-sorgte, daß er, indem sie den Rücken wendete, in dieFestung eindringen möchte. Kurz, er mußte nolens volensim Schlafrock abziehen und sich mitten in der Nacht inseine eigene Wohnung begeben.
Alle Versuche, Klaudinen mit sich auszusohnen, schlugenfehl. Am Ende sah er ein, daß der Verlust einer solchenThvrin ein wahrer Gewinn für ihn war. Er willigtealso in die Scheidung, und sie erfolgte.
Klaudine ward durch diese Geschichte die Fabel desStädtchens. Sie flüchtete vor dem allgemeinen Spott in'die Arme ihrer Tante und setzte bei derselben das Orga-nen-Studium fort. Seit einigen Monaten hat sic einenenthusiastischen Gallisten gehcirathct und ist entschlossen,mit ihm in Deutschland umher zu reisen und in denMittelstädten, die Doktor Gall seines Besuchs nicht wür-digte, das Evangelium der Schädellehre zu predigen.
.Liingbein'S sämmtl. Schr. XII. Bd.
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