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K l <r u d i n e.
„Das sind mir böhmische Dörfer!" brummte kopfschüt-telnd der Bürgermeister Cyrillus, indem er die Brille vonder Nase hob und einen Brief aus der Hand legte, dener von seiner Tochter bekommen hatte. Klaudine war seiteinem halben Jahre in der Residenz, um allerlei Damen-künste zu lernen, die in dem Provinzialstädtchcn, wo Cy-rillus regierte, Niemand zu lehren verstand. Sie wechselteBriefe mit ihm. Er schrieb ihr, wie viel Eier die Hühnergelegt hatten; sie gab ihm dagegen Nachricht von Schau-spielen, Maskeraden und andern solchen Dingen, die ihninsgesammt weit weniger interessirten, als die Fruchtbar-keit seiner Putthühnchen, wie er sein Hausgeflügel liebko-send nannte.
Der Brief, über den er sich jetzt den Kopf zerbrach,handelte von der Schädellehre. Doktor Gaü hatte ebendamals seinen Rcisekatheder in der Hauptstadt aufgeschla-gen, und Klaudine war in Gesellschaft einer dort wohnen-den Tante, die durchaus eine Gelehrte vorstellen wollte,seine Zuhörerin. Vater Cyrillus wußte nicht, was er sichbei den widrigen Menschenschädeln denken sollte, die er imBriefe hier und da zur Erläuterung der angerühmten Ge-