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„Vortrefflich!" antwortete der Pcrückenmacher. „Daswunderliche Kind verlangt aber zu viel."
„Thut nichts," entgcgnctc der Graf. „Ich zahle die ge-forderten zehn Thaler. Nur zugeschnitten!"
Die Scheere ward angesetzt. „Halt!" rief der Graf.„Ich will dir noch einen Vorschlag thun, mein Sohn! Esmuß dich doch schmerzen, in einen Kahlkopf verwandelt zuwerden. Sieh, hier schenk' ich dir fünf Thaler und ver-lange kein Haar dafür."
„O, wie gütig sind Sie, Herr Graf!" sagte Julius.„Mir ist nur, leider! damit nicht geholfen. Meine Mut-ter braucht zehn Thaler, und um ihr diese zu schaffen,wollt' ich nicht blos meine Haare, sondern auch mein Le-ben verkaufen." —
„Nun, so bleibt es bei unserm Handel!" erwiederte derGraf, und der Perückenmacher setzte seine Schccr so raschin Thätigkeit, daß Julius in zehn Minuten ganz kahl war.Er warf einen Blick in den Spiegel und die Augen gin-gen ihm über. Aber schnell erheiterte sich sein Gesicht, alser zehn Thaler auf den Tisch zählen sah.
„Da, mein Sohn!" sprach der Graf. „Dieß Geld bringedeiner Mutter! Und weil du so ein gntcs Kind bist, schenk'ich dir hier noch ein Mal so viel. Das behalt' aber fürdich und kaufe dir Kuchen und Spielwerk!"
Ganz außer sich vor Freude, küßte Julius die Hand desgroßmülhigen Mannes, strich die zwanzig Thaler ei» undeilte wie geflügelt nach Hause. Der Graf, der ihn gernbeobachten wollte, hatte Mühe, ihm zu folgen.
Unter der Zeit, als dieß vorging, schlief der Braumei-ster sein richtiges Stündchen. „Gottfried, wie steht's?"sprach er, sobald er die Augen aufschlug. „Hat das Bet-telvolk oben die zehn Thaler gebracht?" —