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„und die zehn Thaler, die Sie uns schuldig ist, sind zumZaumgcldc bestimmt." —
„So ist es," sprach der Vater und blies sich gewaltigauf. „Ich geb' Ihr höchstens noch eine Stunde Zeit undwill indessen Mittagsruhe halten. Liegt aber dann meinGeld nicht hier auf dem Tische, und zwar in harten Tha-lern, wie es im Kontrakt ausgemacht ist, so wcrf ich Sieans dem Hause und nehme Ihren ganzen Bcttclkram inBeschlag.« -
Die Arme rang die Hände und bctheucrte mit Thränen,daß es ihr ganz unmöglich sey, in so kurzer Zeit ihreSchuld zu tilgen. Ihr Jammer machte jedoch nicht dengeringsten Eindruck auf die unempfindlichen Menschen. „Esbleibt dabei, wie ich gesagt habe!" sprach gähnend derHausherr. „Geh' Sie jetzt Ihres Wegs und wimmereSie, wo Sic will, nur nicht hier! Denn ich will Mit-tagsruhe halten!" —
Julius lief weinend vom Vater zum Sohn und bat umMitleiden; sie stießen ihn aber mit Scheltwortcn von sichund drängten schnaubend seine Mutter, sich fortzumachenund Geld aufzutreiben. „Notabene, keine Bcttclmünze, son-dern harte Thaler!" rief ihr der Braumeister noch nach,als sie schluchzend hinwegging.
Von aller menschlichen Hülfe verlassen, warf sic sich inihrem Stübchen auf die Kniee und flehte den Himmel umRettung an. Julius aber flog, ohne ihr davon ein Wortzu sagen, in die Wohnung eines Perückenmachers, der be-sonders für Damen arbeitete und ihn einige Tage zuvorauf der Straße gefragt hatte: ob er nicht seinen Flachs-kopf verkaufen wolle. Damals war ihm von seinen ge-liebten Haaren, die er für einen seltenen Schatz hielt, kein