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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
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daraus, die unglückliche Frau befohlener Maßen zu ängsten.Sie vergoß bei jedem solchen Austritt eine Flnth der bit-tersten Thräncn.

Eines Mittags ließ sie der Wirth zu sich entbieten. Siestieg mit Zittern die Treppe hinab. Julius folgte ihr.

Der dicke Braumeister, der eben mit seiner Familie ge-täfelt hatte, saß auf einem Sopha von Mahagony undschlürfte mit einer vornehmen Miene ein Glas Wein aus.Die arme Wittwe neigte sich vor ihm und den übrigenAnwesenden tiefer und ehrerbietiger, als dem Stande die-ser Leute gebührte; doch Niemand erwiedertc ihren Gruß;alle starrten ihr mit verächtlichen Blicken ins Gesicht. DieseUnhöflichkeit erlaubte sich besonders der Sohn vom Hause,ein frecher, übcrmüthiger Bursch von zwanzig Jahren, derden großen Herrn spielte und mit den reichsten jungenEdcllenten in der Pracht seiner Kleidung wetteiferte. Ermischte sich im Schauspiclhause und an andern Orten, wocs sich thnn ließ, unter sie; aber seine gemeinen Sittenverriethcn seine Herkunft, wie die langen Ohren das Mül-lerthier, das sich in eine Löwenhaut hüllte.

Na, was wird denn endlich mit Ihr?" fuhr der Haus-herr seine Schuldnerin an.Bringt Sie Geld?"

Die Wittwe bat wehmüthig noch um einige Tage Ge-duld. Sie vollende nächstens, sagte sie, eine mühsame Ar-beit, mit der sic seit mehrern Monaten beschäftigt ftp, undwerde dann ehrlich bezahlen.

Leere Ausflüchte!" rief der Braumeister.Ich wartenicht länger!"

Sie muß durchaus ans der Stelle Rath schaffen!"kreischte der junge Lasse dazwischen und klirrte mit silber-nen Sporen die Stube auf und nieder.Ich kaufe heuteein Reitpferd aus einem gräflichen Stalle," fuhr er fort,