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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
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lichen Schmaus, und man trank so wacker auf die Ge-sundheit des wohlseligcn Stifters, daß mancher ehrlicheGast seine eigene Gesundheit dabei zusetztc. Auch die Pro-zession ward richtig gehalten. Sämmtliche Herren undDamen zogen paarweise in die Kirche und versprachen sichvon diesem Spaziergänge wenigstens den Nutzen, daß erihre Eßlust vermehren werde. Aber Herr Lukas ließ dieFrage nach seinem Befinden ungeachtet sie immer diemächtigste Baßstimme in der Gesellschaft über sich nahmjederzeit unbeantwortet.

Als man diese Posse fünf oder sechs Mal gespielt hatte,war Fanny, seine hintcrlasscne Tochter, scchszchn Jahrealt. Die Natur scheint bisweilen die Schooßtöchter desGlücks durch Häßlichkeit dcmüthigen zu wollen; dieß waraber hier nicht der Fall. Fanny hatte von ihr die frei-gebigste Aussteuer von Reizen erhalten und zog mit denzwei Magneten, Schönheit und Rcichthum, eine Schaarvon Anbetern an sich.

Unter diesen war der vormalige Buchhalter ihres Va-ters, Herr Bor, der längst den sehnlichste» Wunsch hegte,ein eben so werthcr Mann zu sepn, wie weiland seinPrinzipal. Er glaubte das Bret am dünnsten Flecke zubohren, wenn er sich den Lukassischen Nachlaß an trauenließe: dieses Geschäft ging'aber nicht so leicht von Stat-ten, als er sich einbildete. Fanny's Abneigung gegen seinePerson war kein dünnes Drei, sondern eine ellcndicke eichnePfostc, die der stumpft Bohrer seiner Zärtlichkeit nicht über-wältigen konnte.

Dem kleinen, kugelrunden Herrn Bor fehlten freilich alleerforderliche Eigenschaften eines anmuthigcn Liebhabers.Der Winter des Lebens hatte schon sein Haupt mit Schneebestreut; sein flaches, geistloses Gesicht glich einem Zähl-