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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Die beiden Weiber prüften nun auf Valentins Unko-sten ihre Kräfte. Eine zog ihn hin, die Andere her,und Barbara griff so unbarmherzig zu, daß der Schlaf-rock zerriß. Ursel schrie Zeter und gebot heftig, des ehr-würdigen Gewandes zu schonen; aber Barbara schwor, csganz zu zerfetzen, wenn Jene nicht sogleich Frieden macheund ein vernünftiges Wort, das sie ihr unter vier Augensagen wolle, ruhig anhöre.

Nun gut!" sagte Ursel. Beide setzten jetzt ValentinsArme wieder in Freiheit, und er war darüber sehr froh,weil er sie zum Essen höchst nöthig brauchte.

Die Gevatterinnen gingen mit einander in eine Neben-stube , und Barbara legte hier ohne lange Vorrede dasseltsame Bekenntnis ab: daß sie, von mancherlei Umstän-den gedrungen, schleunig wieder heirathen müsse, und beigegenwärtigem Männermangel entschlossen sep, sich denarmen Jüngling antrauen zu lassen.

Jetzt war an Urseln die Reihe, aus vollem Halse zulachen. Barbara ertrug schweigend diese Demüthigung,die sie gleichsam als den Kaufpreis ihres Auserwähltenbetrachtete. Doch der Handel war noch nicht richtig;denn als Ursel ihr Zwerchfell sattsam erschüttert hatte,jhat sie der Frau Gevatterin das frcimüthige Gcgenge-ständniß: daß sie, ebenfalls znm Heirathen geneigt, denjungen Schlender zu diesem Behuf in ihr Haus geführtund schon vorläufig als Ehemann eingcklcidet habe.

So mag Sie ihn wieder auskleiden!" erwiederte Barbe.Der Bursch ist mein! Ich befahl meinem Mädchen, ihnauf dem Rückwege aus der Kirche mit sich zu nehmen.Folglich Hab' ich auf ihn ein näheres Recht, als Sie,Frau Gevatterin!"

Was Nähcrrecht!" schrie Ursel, deren Ehekonsort wei-

Lnngbein'S sämmtl. Schr. XII. Bd. 13