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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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llis sie einst von einer Kcrnprcdigt gewaltig erschüttertworden war, ihren Markthelfer in die Putzstube, erklärteihn in Gegenwart der staunenden Kinder und Mägde zuihrem Bräutigam, und schickte sofort Eilboten aus, dieihren heldenmüthigen Entschluß in allen Häusern der Stadtverkündigen mußten.

Nun ging es zu, wie auf einem Sclavenmarktc. Wiedort die Käufer Heranstürzen und sich um die feil gebo-tenen Neger reißen, eben so begierig haschten hier dieWittwen nach Männern, und in wenigen Stunden warenalle Exemplare vergriffen. Am Ende des Tages war imganzen Städtchen kein mannbarer und noch unverlobterJüngling zu finden, wenn man ihn noch mit Gold hätteaufwiegen wollen. Indessen waren nur wenige heiraths-lustige Frauen leer ausgegangen.

Am empfindlichsten traf eine solche Niete zwei sechzig-jährige Matronen, die mehr, als alle übrigen Wittwengewünscht hatten, die letzte Station ihrer Lebensreise inder angenehmen Gesellschaft eines jungen Mannes zurück-zulcgcn. Unglücklicher Weise hielten sie eben Mittagsruhe,als die Ansage der Stadtmeisterin geschah, und so ver-schliefen sie Zeit und Gelegenheit, sich in den Besitz derjungen Burschen zu setzen, die sie mit Augen und Herzenschon lange heimlich in Beschlag genommen hatten. DieseLieblinge waren nun schon in andern Händen, von wel-chen keine gefällige Wicderausiieferung zu hoffen war.Wahrscheinlich hätten sich auch die wohlversorgten Bräu-tigame selbst gegen einen solchen Brautwechsel gesträubt;denn Frau Barbara und Frau Ursula (so hießen die bei-den Alten) waren wegen ihrer ausgezeichneten Häßlichkeitkräftige Schutzmittel gegen die Liebe, und standen übcr-dieß als boshafte Klätscherinnen in einem so Übeln Ge-