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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
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war wohl noch der Inhalt derselben ungenießbar. Kurz,man ging mit dem guten Manne eben so um, wie etwaein gefühlloser Reicher einen Armen behandelt, dem er dasGnadenbrod gibt. Am Ende vergingen sich die Undank-baren an ihrem Vater so sehr, daß sie es bisweilen ganzvergaßen, seinen Tisch zu bestellen. Alle diese Kränkungenertrug er mit Geduld; doch besuchte er die Häuser seinerKinder nicht weiter, und sie schienen ihn nicht zu ver-missen.

Schon war einige Monate lang aller freundschaftlicheUmgang unter ihnen abgebrochen, als sie plötzlich von ihmeine Botschaft erhielten, durch die er sie zu einem Gast-mahl in seine Wohnung feierlich einladcn ließ. Staunendsahen sie einander an. Sie begriffen nicht, wie er einensolchen Aufwand bestreiten könnte, da er nach ihrer Be-rechnung keines Thalers mächtig war. Daher glaubtensie fast: er wolle sich auf eine gemeine Art rächen undihnen entweder gar nichts oder nur Wasser und Brod auf-tragen lassen. Hierauf vorbereitet ».gingen sie zu ihm.

^ Aber welche Uebcrraschung! Die Tafel war mit fürstlicherPracht zugerüstet; es ward auf Silber gespeist; ein kost-bares und seltenes Gericht folgte dem andern, und die teuer-sten Weine waren in Fülle vorhanden. Das alles kamihnen wie ein Feenmährchen vor. Doch ihr Erstaunensollte bald noch höher steigen.

Gegen das Ende der Mahlzeit ward ihrem freundlichenWirth gerneldct: ein Handlungsdicner eines gewissen Kauf-manns Bohling (eines alten Freundes von ihm) sey vorder Thüre, um einen dringenden Brief von seinem Herrnabzugeben und sich sogleich Antwort zu erbitten. Dippoldrief ihn herein, las den Brief und entschuldigte sich dannbei seiner Tischgesellschaft, daß er sie wegen eines unver-