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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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der Möglichkeit, an der künftigen Erbschaft verkürzt zuwerden. Sie drangen deßhalb in ihre Frauen, die gefähr-lichen Tifchgänge des Vaters zur Schwester nicht zu einereisernen Gewohnheit werden zu lassen, sondern sogleich,jedoch mit einer guten Art, dagegen Einspruch zu thun,

Die beiden Damen, die ihren Männern in diesem Punktevöllig Recht gaben, machten sich mit einander auf und er-schienen im schwesterlichen Hanse, als eben der Vater dieerste Mahlzeit nach der neuen Einrichtung dort gehal-ten hatte.Liebe Schwester," fingen sie an,wir habenmit dir ein Hühnchen zu pflücken! Du willst, wie wir hö-ren , den Vater ganz an dich fesseln und uns auf immerdie Freude entziehen, ihn bisweilen an unserm Tische zusehen. Ist das billig und recht? Haben wir nicht gleichenTheil an ihm? Soll die Stadt über uns den Kopf schüt-teln und uns nachsagen: wir liebten den Vater wenigerals du, oder würden minder von ihm geliebt? Beideswürde uns zur Schande gereichen. Daher wollen und müs-sen wir ihn dringend bitten, dich nicht so auffallend voruns auszuzeichncn."

Die Angegriffene verantwortete sich. Es entstand einlebhafter Wortwechsel, der den alten Herrn, über den diedrei Grazien stritten, aus seinem Mittagsschlummcr imNebenzimmer weckte. Er horchte und ward gerührt; denner hielt die Sprache des eigennützigen Neides für kindlicheLiebe. Mit nassen Augen stand er auf und trat unter seineTöchter. Die ältcrn stürzten auf ihn zu, weinten in seinenArmen, klagten bitterlich über das ihnen zugefügte Leid,und spielten durchaus ihre Rolle so täuschend, daß sie ihreAbsicht bei dem arglosen Greise völlig erreichten.Beru-higet euch, meine Kinder!" sprach er.Ihr sepd mir allegleich lieb und Werth! Um das euch und der Welt zu.be-

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