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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Fenster oder empfingen die Huldigungen der jungen Herren,die ihnen und ihrer künftigen reichen Aussteuer den Hofmachten. Es war stadtkundig, daß jede von ihnen baarezwanzigtausend Thalcr zur Mitgift erhielt. Das sichertesie denn ungeachtet sie mehr häßlich als schön warenund auch ihre Gemüther nicht im besten Rufe standenvor der Gefahr, im jungfräulichen Stande zu veralten.Sie kamen alle drei kurz nach einander unter die Haube.Der Vater zahlte seinen Schwiegersöhne» (die sämmtlichin der Stadt, wo er wohnte, als angesehene Kaufleutelebten) die bestimmte Mitgabe auf Einem Breie, und legtedann seinen Handel nieder.

Doch, an thätigen Verkehr und Umgang mit vielen Men-schen gewöhnt, empfand er bald in seiner einsamen Woh-nung den Druck der langen Weile, und suchte dagegenSchutz in den Häusern seiner Töchter. Er ging fleißig dieReihe herum und verlebte ganze Tage bei ihnen. Siewetteiferten mit einander, ihn gut zu bcwirthcn.

Das gefiel ihm so wohl, daß er seiner jüngsten Tochter,die er am meisten liebte, den Vorschlag that, ihn zu ihremtäglichen Tischgcnossen anzunehmcn. Sie bezeigte über die-sen Antrag vieles Vergnügen. Auch ihr Mann griff mitbeiden Händen zu, ungeachtet er ein Knauser war undnicht gern einen Bissen Brod verschenkte. Das war aberauch hier nicht der Fall. Der Schwiegervater erbot sichvon selbst zu einem beträchtlichen Kostgelde, und überdießwußte man, daß er noch vierzigtausend Thaler in Kaffehatte, die man ja dem gutwilligen Alten nach und nachabschmeicheln konnte.

Seine Leiden altern Töchter erfuhren bald, was bei derjüngern im Werke war, und ihre Männer, die sich auchnicht gern einen Vortheil entgehen ließen, zitterten vor

Langbeiii'S sämmtl. Sehr. Xtl. Bd. 12