versprechen im Voraus gewärtig — die Ritter in diesenHinterhalt verborgen, um mit ihrer Hülfe den Herzog inseinem eigenen Netz zu fangen.
Er stand einige Augenblicke bestürzt, starrte die stummenZeugen an, und jeder Zug seines Gesichts ward an ihmzum Verräther, daß er sich in den ihm gelegten Fallstrickhöchst ungern verwickelt sah. Aber drei mannhaften undchrenwerthen Rittern gegenüber war kein Ausweg für ihn.Er las es auf ihrer Stirn, daß sie nicht, wie man im ge-meinen Leben zu sagen pflegt, ans den Ohren gesessen hat-ten, und hielt cs daher für rathsam, eine gute Miene zumbösen Spiele zu machen. „Ich hätte wohl Ursach," spracher mit steifer Freundlichkeit, „über die unerwartete Erschei-nung dieser Herren einen gerechten Unwillen zu empfinden;aber ich will diesen Auftritt nicht weiter rügen. DochLitte ich, daß die Herzogin von Bessern in Zukunft weni-ger mißtrauisch, als die Gräfin von Bogen sep." —
Ein zärtlicher Blick der Geliebten zerstreute seinen Un-muth, und nach kurzer Zeit erfolgte die versprochene Ver-mählung.
Diese Anekdote ist lehrreich. Es wäre nicht übel gethan,wenn junge Damen, die geheime Liebhaberbesuche anneh-men, eine spanische Wand 'in ihrem Zimmer anfstelltcn.Die Herren würden dann ans Furcht vor horchenden Zeu-gen nicht mehr versprechen, als sie redlich halten wollen;und so bliebe wohl manche leichtgläubige Schöne vor zärt-lich-dankbaren Uebcreilungen bewahrt-