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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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weigerte sich lange,; doch endlich gab sic nach und bestimmteihm Tag und Stunde.

Ludewig kam und erschöpfte den ganzen Sprachschatz derZärtlichkeit, ohne dadurch die kleinste Gunst zu gewinnen.Die Gräfin setzte standhaft der Gluth seiner Liebe die Kälteder Tugend entgegen. Da er nun sah, daß mit leerenSchmeicheleien nichts auszurichtcn war, so griff er nachder alten Schlinge, die von wollüstigen Verführern nur zuoft mit Erfolg gebraucht wird; er trug sich nämlich mitkünstlichen, auf Schrauben gestellten Worten der Gräfinznm Gemahl an.

Ihr erzeigt mir viel Ehre," antwortete sie.Doch istcs in der That die einzige Bedingung, unter der ich Liebemit Liebe vergelten kann und will. Werdet ihr aberauch halten, was Ihr mir eben jetzt vor Zeugen verspro-chen habt?"

Vor Zeugen?" entgegnete der Herzog mit Befrem-dung.Wo sind die Zeugen?"

Dort stehen sic!" sagte die Gräfin lächelnd, und wiesauf eine spanische Wand, worauf drei Ritter in Lebens-größe gemalt waren.

Lndewigs Herz war leichter. Er belachte den Scherz,und hielt cs für gefahrlos, ihn fortzusetzcn.Edle Ritter,"sprach er, und wandte sich mit komischem Ernst zu denGemäldenich nehme euch hiermit feierlich zu Zeugen,daß ich die schöne Gräfin von Bogen zur Herzogin vonBaiern erkläre."

Er hatte, kaum diese Worte gesprochen, da ward es hin-ter dem Schirme lebendig, und die leibhaften Originaleder darauf abgcbildcten geharnischten Männer traten ernstund schweigend hervor. Es waren nahe Verwandte derGräfin. Sie selbst hatte der Lockung durch ein Ehe-