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Selbst der Wirthin ward bange, eine Leiche in ihreStube zu bekommen. Sie klopfte ihm, wie man Kinder-husten zu stillen Pflegt, in den Nucken, und in demselbenAugenblicke klopfte auch eine unbescheidene Hand mitMacht an die Thür.
Ich öffnete sie furchtsam. Zwei sehr junge Männer —die, wie ich nachher erfuhr, reiche Edclleute waren, saus-ten herein, und machten sich sogleich mit lautem Gelächterdas Geschäft, dem hustenden Patienten aus Leibeskräftenauf dem Rücken zu trommeln. Madam Immergrün hatteMühe, sic abzuwehren. — Wer ist denn die alte Kaße,die hier verenden will? rief einer von ihnen, und rißdas Tuch, welches sich der Huster vor's Gesicht hielt,hinweg. Im Nu brachen beide in ein betäubendes Ge-lächter und Verwunderungsflüche aus. Kurz, sie kanntendas verkleidete Männlein und nahmen cs mit jugendlichemUebermuth auf die ungezogenste Weise in die Klopfe.Der kraftlose Alte konnte sich nicht vertheidigen, und siespielten so förmlich Fangeball mit ihm, daß er michdauerte.
Nach einigen Minuten waren sie dieses rohen Vergnü-gens überdrüssig, und nun kam ich an die Reihe, vonihnen geneckt zu werden. Sie behandelten mich mit denfrechsten Worten und Geberdcn, wie eine öffentliche Buhl-dirne. Ich entfloh aber ihre» Händen und lief die Treppehinab. Sic eilten mir nach und holten mich, auf derHausflur ein. Ich schrie um Hülfe.
Schnell ging eine Thür auf, und es trat ein starker,rüstiger Mann, mit einem Lichte in der Hand, heraus.Was gibt's hier für Unfug? fragte er mit einer gewalti-gen Stimme. Die Gecken erschrocken und ließen mich los.Ich eilte hin zu ihm und sagte: Mein Herr, ich bitte um