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vernünftigcn Frauenzimmern eifrig gesucht werde. Indiesem Tone schwatzte sie lange fort, und gab sich diegrößte Mühe, mich zu bekehren.
Gegen die Tante verlor ich über diesen Vorfall keinWort. Ich wußte voraus, daß ich mir keine Hülfe vonihr zu verspreche» hatte. Sie stellte sich, als ob ihr vondem gräflichen Besuche nichts bekannt sey. Doch hatte siegewiß den alten Lüstling für mich geworben; denn ihrungewöhnliches Schmollen verrieth, daß durch meinen Wi-derstand ein Finanzplan gescheitert war.
An einem der nächsten Abende, da Madam Immergrünwieder bei mir die Wache hatte, kam eine Weibsgestalt,die eine sehr tiefe Haube und lange Envcloppe trug, beiihr zum Besuch. Sie umarmten und küßten sich, wievertrante Freundinnen. Die fremde Dame nahte sichdann auch mir, und wollte mich ebenfalls mit einem Kussebeehren. Ich stutzte, blickte sie scharf an, und sieh, daguckte das Affengesicht des kleinen, alten Knochenmänn-chens, das ein paar Tage zuvor die Thür mit seinemRücken aufmachtc, ans Neffeltuch und Spitzen hervor.
Ich schrie bei dieser Entdeckung laut auf und wies denangebotenen bärtigen Kuß zurück. Das häßliche Mann-weib drang sich immer von Neuem auf, und MadamImmergrün nannte es einfältige Ziererei, daß ich michvon einer frommen, ehrlichen Witlwe nicht küssen lasse. —So wollte sic mich mit aller Gewalt blind machen. Wärees aber auch dem Vermummten gelungen, mein Auge zuhintergehen, so hätte ihn doch sein ausgezeichneter Ka-tharr, der sich jetzt äußerst heftig einstelltc, dem Ohreverrathen. Ich glaubte, der schwindsüchtige Greis würdeseine Seele aushusten und das tragikomische Schicksal er-fahren, in Frauenkleidern zu verscheiden.