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Als der Ehrenmann sah, daß hier kein langer Goldfadenzu spinnen war, fand er selbst, nach wiederholter Unter-suchung des Pulses, die Krankheit nicht mehr wichtig. Erverschrieb eine stärkende Arzcnei und zog eben so lärmendab, als er gekommen war- Ich hatte zu seiner Wissen-schaft so wenig Vertrauen, daß ich von seinem Rezeptekeinen Gebrauch machen wollte. Doch bediente ich michdessen zur Abführung der alten Frau, die uns den Quack-salber gebracht hatte. Ich schickte sie — weil wir in ihrerGegenwart kein vertrautes Wort sprechen konnten — indie Apotheke.
Neunzehntes Kapitel.
Wlis Ktirolinen in Wien begegnete.
Das medicinische Intermezzo hatte uns aufgeheitert undKaroline fuhr lebhafter als vorher in ihrer Erzählung fort.
Als wir in Wien angekommen und in einem Gasthofeabgetreten waren, ging die Tante kurz nachher aus. Ichwill nun doch sehen, sagte sie, wo ich unfern Herrn Wal-ding finde. — Wissen Sie denn seine Wohnung nicht?fragte ich bestürzt. — Nein, antwortete sie, die hat mirBolda nicht gesagt. Laß dir aber nicht bange seyn, ichwerde unsern Frennd gewiß auskundschaften — Mit die-sem Trostspruch hielt sie mich acht Tage lang hin unddurchlief indessen täglich die Stadt. Was sie gesucht hatte,das lehrte die Folge.
Eines Abends kam sie mit einer äußerst verdrießlichenMiene — die aber blos eine Maske war — von ihrergewöhnlichen Wanderung zurück. Da bin ich nun eine