einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit erhielt. MirArmen blieb am Ende nichts übrig, als blinder Glaube,und ich bcqnemtc mich um so leichter zur Reise nach Wien,da ich mich ans diesem Wege vor dem Baron sicher hielt,weil ich aus seinem Munde gehört hatte, daß er zurückrcise.
Achtzehntes Kapitel.
Austritt eines Afterarzteö, dem ein Strich durch seine Rech-nung gemacht wird.
Karolinens Erzählung ward durch die Ankunft eines Arz-tes unterbrochen, der wie ein Marktschreier aussah undsich wie ein Marktschreier betrug. Er war eine baum-lange, groteske Figur, und donnerte uns gleich bei Ocff-nung der Thür so an, daß wir über den betäubendenSchall seines Grußes erschrocken. Dann trat er mit Rie-senschritten ans Bett, untersuchte kopfschüttelnd de» Pulsder Kranken und erklärte mit einem Schwall von griechi-schen und lateinischen Worten ihren Zustand für tödtlich.
„Ich war sehr krank," sagte Karoline mit ruhigem Lä-cheln : „Doch jetzt bin ich's nicht mehr. Hier steht der Arzt,der mich heilte." — Sic reichte und drückte mir bei diesenWorten die Hand. Der Charlatan glotzte mich an undbegann ein gelehrtes Examen: wie ich die Krankheit be-nenne und welche Mittel ich dagegen verordnet habe. Ichgestand meine Unwissenheit in seiner Kunst. Lassen Sieuns aber, sagte ich, der Kranken glauben, daß sie sich bes-ser befindet. Wir könnten uns ohnedem zu einer wcitaus-sehendcn Kur keine Zeit nehmen, weil wir schon morgenvon Wien wieder abreiscn. —