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Sicbonzehntcs Kapitel.
KarolinenS Erzählung ihrer Relsegclchichte.
Sobald wir im Wagen saßen, beklagte sich die Tanteüber den Kutscher. Er war ihr nicht gut genug gekleidetund sein Fuhrwerk nannte sic eine Schneckenpost. Als wirvor's Thor kamen, befahl sie ihm, die Pferde mehr anzu-treiben. Er gehorchte, und wir fuhren sehr rasch; sie bliebaber dennoch unzufrieden, fing in der nächsten Stadt, wowir Mittags anhicltcn, einen heftigen Zank mit ihm anund schickte ihn nach Hanse. Sie bestellte dann Postpscrde,und wir setzten die Reise fort.
Gegen Abend kamen wir in ein Städtchen. Hier wol-len wir übernachten, sagte sie. Wir hieben vor dem Gast-Hofe, und ich erstaunte, als Baron Bolda an der Thürestand und uns ans dem Wagen hob. — Was befremdetSie? sprach er. Wissen Sie denn nicht, daß ich Sic nachHamburg begleite? — Ja, ja! fiel die Tante ein, derHerr Baron ist unser Reisegefährte. Hab' ich dir das nochnicht gesagt? — Sic entschuldigte sich mit der Vergeßlich-keit des Alters, und ich machte mir Anfangs über alle dieseUmstände keine schlimmen Gedanken.
Aber noch denselben Abend schöpfte ich Verdacht, daßman nicht redlich mit mir umgehe; denn Bolda, der sichsonst immer sehr gesittet und anständig gegen mich aufge-führt hatte, nahm auf einmal, sobald wir in einem Zim-mer unter sechs Augen waren, einen freier» Ton an undtrieb mich sogar beim Abendessen durch Liebkosungen vomTische. Ich bezeigte meinen Abscheu vor dieser Behand-lung auf die lebhafteste Weise. Der freche Heuchler batum Verzeihung, zog sich in die Schranken der Bescheiden-