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Drcizehntes Kapitel.
Lug Und Trug der Tante und Dankbarkeit des Barons.
. Mach Ihrer Abreise/' so erzählte mir jetzt Sabine —>„quartierte sich Frau von Ralf fast ganz bei uns ein undfiel uns von früh an bis in die Nacht zur Last. Sotrieb sie es acht Tage. Am neunten kam sie ganz athem-los, mit Briefen in der Hand. Linchen, rief sie, deinFreund hat geschrieben. Wir sollen ihm unverzüglich nachHamburg folgen. Er hat dort bei seiner Ankunst so vieleGeschäfte vorgefunden, daß er sich, wie er mir meldet,wenigstens ein halbes Jahr dabei aufhalten muß. Dasalles wirst du hier ausführlicher lesen. — Mit diesenWorten übergab sie Karolinen einen an sie gerichtetenBrief, der mit dem Namen Walding unterzeichnet warund die Bitte enthielt, sobald als möglich mit der Tantenach Hamburg zu kommen. Das Haus, wo sie abstcigcnsollten, war genannt, und überhaupt alles so.natürlich ge-schrieben , daß uns kein Zweifel gegen die Aechtheit diesesBriefes einfallen konnte. Daher machte sich auch dasFräulein sogleich reisefertig und fuhr zwei Stunden darausmit der Tante fort. Seitdem habe ich von Beiden nichtsweiter gesehen oder gehört."
Welch schändlicher Betrug! rief ich aus. Ich habe jeneuBrief nicht geschrieben.
„Jst's möglich!" sprach Sabine. „Wäre dieß nicht IhreHand?" —
Sie zeigte mir den Brief, welchen Karoline in der Eiledes Abreisens unverwahrt zurückgclasscn hatte. Ich er-schrack davor, denn die Handschrift war der meinigcn täu-schend ähnlich. Doch bei schärferer Untersuchung der Feder-