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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ander blicken, verunglimpften sich wechsclsweise bei mir,und schränkten ihre Abendbesuche ein, weil sic sich, wie siesagten, answeichen wollten. So verminderte sich meineBesorgniß und verschwand endlich ganz, wie man einenängstlichen Traum vergißt. Ich ward so sicher, daß ichohne Bedenken zu einer Reise Anstalt machte, die ich inhäuslichen Angelegenheiten unternehmen mußte. Frau vonRalf und der Baron heuchelten beide, daß es ihnen höchstunangenehm scy, mich einige Wochen zu entbehren; aberein mehr erfahrner Menschenkenner und Phpsiognomist, alsich damals war, würde in ihren Auge» Freude gelesenhaben.

Am Tage vor meiner Abreise kam Bold« sehr früh zumir. Er war weniger lebhaft und gesprächig, als sonst,warf sich ächzend auf einen Stuhl, saß in tiefen Gedan-ken und gab mir auf meine Anreden entweder gar keineAntwort, oder sie klang so widersinnig, als ob er träumte.Ich fragte, was ihm fehle. Er seufzte und schwieg.Nachdem ich ihn aber lange dringend um Vertrauen ge-beten hatte, gestand er mir, daß ihn der Mangel einerSumme von tausend Thalern drücke. Sein Glück, seineEhre, sein Leben, sagte er, stehe auf dem Spiele.Ich schalt ihn, daß er mir dieß nicht eher entdeckt hätte;denn jetzt, da ich innerhalb vierundzwanzig Stunden ver-reisen müßte, würde ich keinen Rath schaffen können.Dennoch erbot ich mich, das Möglichste zu versuchen. Ichging sofort aus, entlehnte bei einigen Freunden tausendThalcr zusammen und übergab sie ihm. Er schien sehrgerührt und überhäufte mich mit den heiligsten Bctheu-rungen seiner ewigen Dankbarkeit.

Karoline war über meine bevorstehende Abwesenheit sehrtraurig, und brach in Thränen aus, wenn ich davon