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Lehnt es Kapitel.
Besuch um Krankenbette und nnwclse Offenherzigkeit.
Eine geraume Zeit nach jenem kleinen Zwiste siel ichin eine Krankheit, die mich zwei Monate lang in meinerWohnung gefangen hielt. Mein Fieber griff mich hartan; doch am meisten schmerzte mich die Trcnnnng vonKarolinen. Seit anderthalb Zähren hatte ich keinen Abendohne sie verlebt; sie war mir unentbehrlich geworden.
Außer dem Baron kamen während «reiner Krankheittäglich mehrere Bekannte zn mir, um sich von ihrer eige-nen Krankheit, der langen Weile, an meinem Bette zuheilen. Mein Zimmer war von Morgen bis in die Nachtein Sammelplatz junger Müßiggänger, die ich oft meilen-weit hinweg wünschte, weil sie Karolinen hinderten, michzu besuchen. Sie war meinetwegen in der bängsten Un-ruhe, und schickte fleißig ihre Pflegmuttcr zu mir, umvon meinem Befinden Nachricht zu bekommen.
Endlich stieg meine Krankheit zu einer gefährlichen Höhe.Kaum erfuhr es Karoline, so ließ sic sich durch keine Be-denklichkeit länger abhalten, in ihrer männlichen Kleidung(die sie gewöhnlich trug, wenn wir bei Mond- oder La-terncnschein mit einander spazieren gingen) zu mir zufliegen. Glücklicher Weise war ich eben allein. Sie er-schrack vor meiner bleichen, abgezehrten Gestalt, brach inThräncn aus, warf sich vor meinem Bett auf die Knieund betete still. Ich störte sie nicht. Nach einigen Mi-nuten erhob sic sich wieder und sagte mit einem festen,ruhigen, fast prophetischen Tone: „Walding, Sic sterbennicht!" —
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