Druckschrift 
8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

-oD 103 <§<>

Fr. v. Schmelz (auf sic zufahrcud). Schöne Streiche,Madam!

Moritz chcftig). Das Hecht foppen, Madam!

Fr. v. Schmelz. Ist das der Herr?

Moritz. Ist das die Dame?

Mad. Schwalbe. Was wollen Sie denn Beide?Was rasen Sie denn? Es ist ja kein Unglück, wenn Sieeinander nicht gefallen. Wer zwingt Sie denn dazu, sichzu heirathen?

Fr. v. Schmelz. Ich? meinen Sohn heirathen?

Moritz. Ich? meine Mutter?

Mad. Schwalbe. Mutter? Sohn? WelcherWirrwar! Sie träumen wohl Beide?

Fr. v. Schmelz. O, Madam! Stellen Sic sich nurnicht so simpel, als ob Sie nicht wüßten, daß dieses un-gcrathene Früchtchen mein Sohn ist.

Mad. Schwalbe. Der Herr von Rosendorn?

Fr. v. S ch m e l z. Was Rosendorn ! Ein Dorn ister freilich, ein Dorn in meinen Augen.

Mad. Schwalbe czu Moritz). So reden Sie doch!Vertheidigcn Sie sich!

Moritz. Ich schweige, um meine Mutter zu schonen.

Mad. Schwalbe. Also wirklich Ihre Mutter?

Fr. v. Schmelz. Da hören Sie!

Mad. Schwalbe. Nun, das ist ein lustiger Auf-tritt! Ich aber bin unschuldig daran. Sie, Frau vonSchmelz, befahlen mir, Ihnen einen jungen Mann zuschaffen

Moritz. O Mutter!

Mad. Schwalbe. Und Sie, junger Herr, nanntensich Rosendorn und suchten eine Frau

Fr. v. Schmelz. O Gelbschnabel!