Druckschrift 
8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

39

Fünftcr Auftritt.

Madam Schwalbe. Die Vorigen.

Mad. Schwalbe. Guten Tag, Herr Professor! Stren-gen Sie den gnädigen Herrn nicht zu sehr an, es möchtefeiner Gesundheit schaden. Sie werden überhaupt IhrCollegium jetzt abbrcchcn müssen, denn der Tanzmeistcr isteben gekommen.

Gauch. Er mag warten.

Mad. Schwalbe. Warum denn warten? Er ist ge-rade jetzt der nothwcndigstc Lehrer des gnädigen Herrn.Wer sich vcrmähten will, muß tanzen können, um nichtauf seiner eigenen Hochzeit wie eine hölzerne Figur dazu-stehcn.

Hr. v. Puff. Ei wohl, Madam! Ich muß tanzenlernen.

Mad. Schwalbe. Ja, und es geschieht nicht ohneGrund, daß ich eben jetzt von der Hochzeit spreche. EShaben sich, seitdem ich Sic nicht gesehen habe, gnädigerHerr, sehr gute Aspectcn für Sie gezeigt.

Hr. v. Puff. Wirklich? Sie erfreuen mich.

Mad. Schwalbe. Ja, das gnädige Frcifräulein hatSic vorhin durch eine Spalte in der Thür belauscht, undkam wenn ich mich, ohne Verletzung des schuldigenRespekts, so ausdrücken darf wie ein Böckchen in meinZimmer gesprungen. O, beste Madam! rief sic aus undfiel mir um den Hals: ich habe ihn gesehen! Was für einherrlicher Manu! Ich bin von seiner Anmuth ganz bezau-bert. In diesem Tone sprach der kleine Engel wohl eineViertelstunde lang von Ihnen.