übernommen, ihre Erziehung und Ausbildung zu vollen-den — sie ist schon auf der Reise — kommt in einigenTagen an — wird in meinem Hause wohnen, und soweiter.
Wiesel. Ihr erfinderischer Kopf ist unbezahlbar.
Mad. Schwalbe. Dieß Mährchen ersann und er-zählte ich in Einem Athcm. Der Pinsel war entzückt undbestürmte mich mit Bitten, seine Frciwerbcrin zu sepn.Ich versprach, an den Baron zu schreiben und schrieb auchwirklich durch einen reitenden Boten — an meine Nichte.— Sie wissen, Herr Wiesel, ich brachte sie vor anderthalbJahren in die berühmte Erziehungsanstalt nach —
Wiesel. Ich weiß, ich weiß.
Mad. Schwalbe. Nun gut. Ich befahl ihr in mei-nem Briefe, sich sogleich reisefertig zu machen und aneinem bestimmten Tage — nämlich gestern — hier einzu-trcffen. Um ihr nun gleich bei ihrem Einzuge ein vor-nehmes Ansehen zu geben, schickte ich ihr auf die letzteStation eine vierspännige Karrossc entgegen, und darinkam sie denn gestern in der Abenddämmerung angerassclt,und der Postillion klatschte, befohlener Maßen, daß dieFensterscheiben klirrten. Mein Herr von Puff war sogleichbei der Hand, um sic zu bekomplimentiren; ich ließ csaber nicht zu. Bewahre der Himmel! rief ich, was würdeder alte Baron sagen! Das Fräulein darf ohne seineErlaubniß mit keiner Mannsperson sprechen. GeduldenSie sich, sagte ich, bis seine Antwort auf meinen Briefankommt. Ich erwarte morgen einen Courier.
Wiesel. Madam, ich bewundere Sie immer mehr.Sie sind eine Tauscndkünstlerin.
Mad. Schwalbe. Nicht wahr, ich habe die Sacheklug cingefädelt? Und thue ich nicht dabei ein recht gutes
Limgbeln's gimmtl. Schr. XII. Bd. 3