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Jhnen kaum rathen, ihm schon jetzt einen Nachfolger zugeben.
Fr. v. Schmelz. Liebe Madam! muß ich denn nicht?
— Eine schutzlose Wittwc gleicht einem schwachen Nclkcn-ßöckchen, dem man Stab und Stutze geraubt hat. Es liegtzu Boden und jedermann tritt darauf.
Mad. Schwalbe. Das wäre schlimm! Ich bin selbstseit zwanzig Jahren Wittwe; aber Trotz sep dem geboten,der mir den Fuß auf den Nacken setzen wollte.
Fr. v. Schmelz. Ei, Sie! — Sie sind eine dcter-minirte Frau, eine muthige Amazone. Ich hingegen binein zartes, furchtsames Täubchen ohne Galle und Kralle
— jeder Geier rupft mich. Die Domestiken rebellircn ge-gen meine Befehle, die Verwalter auf meinen Gütern stehlenwie die Raben, mein Sohn, der Wildfang, macht auf derUniversität lockere Streiche, und wäre lieber heute als mor-gen hier, um das väterliche Erbtheil in Empfang zu neh-men und zu dissipiren — kurz, ich bin eine Krenzträgerin,und cs muß anders werden.
Mad. Schwalbe. Sie sprechen von Zentnern Kum-mer und Noth, und man sollte glauben, Sie wüßten vonkeinem Quentchen. Sie haben alles in Hülle und Fülle —
Fr. v. Schmelz. Ja, liebe Freundin, das muß ichgestehen: eine Frau von Habenichts bin ich nicht. Meinezwei constdcrablen Landgütchen sind bis auf den letzten Hel-ler bezahlt, und überdieß habe ich ganz artige Kapitälchen.Aber dieser Gottcssegen verwickelt mich denn auch in einenWirrwarr von Geschäften, die mich bei meiner körperlichenConstitution sehr incommodiren. Da gibt's ewige Confe-renzcn mit Advokaten, Mäklern, Agenten et caetera, undalle machen mir ein L für ein U. Latin, ich kann so nicht