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täglich und stündlich zu Gcmüthe, um meine Seufzer undThränen zu moderire». Aber nicht alle Menschen denkenso philosophisch, wie Sic, meine gute Madam. Ich be-fürchte besonders von den pedantischen Verwandten meinesseligen Mannes das Gegentheil. Sic würden mich gewißfür ein frivoles 8njet halten und auöschreicn, wenn sieerfahren sollten, daß ich bereits wieder provisorische An-stalten zu einer neuen Mariage treffe.
Mad. Schwalbe. Je, das ist ja so gut, als ob Siedem wohlseligcn Herrn eine Ehrcnsäule setzten. Sie legendadurch an den Tag, daß er Ihnen den Ehestand sehrangenehm gemacht hat, und daß Sie nun außer demsel-ben so wenig leben können, wie ein Fisch auf trockenemLande.
Fr. v. Schmelz. So ist'S auch in der That.
Mad. Schwalbe. Und übcrdieß kann man Ihnenwirklich nicht vorwcrfen, daß Sic zu sehr eilten. Der Se-lige ruht doch schon ei» feines Weilchen im Grabe. Wielange ist's wohl her? Ich denke drei Wochen —
Fr. v. Schmelz. Und drei Tage.
Mad. Schwalbe. Nun, bedenken Sie die Zeit!
Fr. v. Schmelz cwemendi. Aber ich kann ihn dochimmer noch nicht vergessen. Sogar in meinen Träumenschwebt er — nein, daß ich nicht lüge — sitzt er vormir. Sitzen war seine Freude, sein Leben. Er saß —der gute, sanfte Mann! — saß den ganzen Tag auf sei-nem großen Lehnstuhle — Sie werden ihn gesehen haben,er ist mit starkem grünem Damast überzogen und so hochwie ein Thron — nun, darin saß er und ruhte vom Mor-gen bis in die Nacht. Er Pflegte dabei immer die Händeüber dem Untcrlcibc fromm und christlich zu falten, undbegnügte sich, statt der tumultuarischen Vergnügungen an-