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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Wiesel (schmeichelnd). Wie witzig?

Mad. Schwalbe. Was wollte denn der Lorbeerprinz?

Hannchen. Sie sollte» ihn dem Herrn von Puff zumLehrer der Versmachcrkunst empfehlen.

Mad. Schwalbe. Das fehlte noch!

Hannchen. Er hat ein kleines Probestück seiner Kunsthier zurückgelaffen: ein Lobgcdicht auf Madam. (Sie holtein Blntt von ihrem Arbeitstische.)

Mad. Schwalbe. Ein Lobgedicht aus mich? DieseEhre ist mir in meinem Leben noch nicht widerfahren. Laßdoch hören!

Hannchen (liest):

Die halbe Stadt, o thenre Madam Schwalbe,

Verehret dich

Mad. Schwalbe (befremdet). Dich! dich!- Sehrcordat! sehr familiär! Als ob wir mit einander Gänse ge-hütet hätten.

Wiesel. Das machen die Poeten nicht anders. Siedutzen Könige und Kaiser.

Mad. Schwalbc. So muß ich mir's wohl auch ge-fallen lassen. Da Capo!

Hannchen (liest langsam mit pathetischer Stimme undlegt besonders einen nachdrücklichen Ton auf die Reime):

Die halbe Stadt, o thenre Madam Schwalbe,

Verehret dich als eine edle Dame!

Nein, durch die ganze Stadt, nicht bloS die halbe,Erschallt von dir die Rnhmtrompet' der Fame.

Wer NathS bedarf, pflügt gern mit deinem Kalbe,

Und »at davon nicht die geringste Blame.

Für Blind' am Geiste kochst du Augensalbe,

Und Krücken schnitzest du für Seelenlahme.

Langbein'S sämmrl. Schr. XIl, Bd.

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