130
fuhren mußte, und eine Menge.der wunderlichsten„nd absurdesten Hypothesen erzeugte, sondern welcheszugleich, an sich höchst unlogisch ist, , indem mangrundlos den Zweck des Organs früher setzte, alsdas Organ selbst, nicht beachtend, daß man sich be-streben müsse, zuvor dessen Entwicklung und Vor-handenseyn im Organismus verstehen zu lernen, be-vor man hoffen dürfe, sein Verhältniß zu andernOrganen und zum Leben überhaupt zu begreifen.Eben diese Tendenz war auch Ursache, daß man,einzig mit Reflexionen über den Nutzen der Organebeschäftigt, die Entwicklungsgeschichte derselben mehrals billig vernachlässigte, und so nie zur Erkenntnis;eines großen und ewigen Naturgesetzes kommenkonnte, dem zu Folge Alles, was entsteht, sich inGegensätzen aus einer Einheit entfaltet, jedoch so,daß die neue Generation stets die zuvorgegangenen,nur in höherer Entwicklung und Vollendung wie-derholt; ein Gesetz, durch dessen Berücksichtigungwir erst im Stande sind, die wahrhaft göttlicheHarmonie, die durchgreifende innige Uebereinstim-mung aller Naturbildungen zu erkennen, so wieüberhaupt die möglichst vollendete Einsicht in dasWesen und die innern mannigfaltigen Verhältnissedieser Bildungen zu erlangen. —