Druckschrift 
1 (1822)
Entstehung
Seite
127
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( 4 °.)

Wenn wir, als ächte Kinder der Natur, nicht ge-blendet durch die hoffartige Anmaßung des Wis-sens, unbefangen, frei von jedem Zwange, einemuns himmelan erhebenden Gefühle folgend, den Geistder Erscheinungöwclt zu entziffern versuchen, dieSinnenwelt als Intelligenz zu schauen streben;wenn wir (wollen wir uns der allgemein verständ-lichen Sprache nicht schämen) von den Werkennach deren Schöpfer empor zu blicken uns bemü-hen, so müssen wir eine Klippe sorgfältig vermeiden,an der wir zu scheitern so leicht Gefahr laufen, esist die teleologische Ansicht in unfern Unter-suchungen.

Die teleologische Ansicht der Natur, welche,bei nicht genügsamer Würdigung ihres Wesens, sichso gerne des frommen Gemüthes bemächtigt, ist,wenn gleich von weit edlerer Art als die so nieder-trächtige materialistische Ansicht der Natur, doch nurdas Resultat eines ober flächigen Eindringens indas Wesen der Gesammterscheinungen, welche wahrund sinnig zu deuten, der Zweck einer ächtenNaturphilosophie seyn soll. Die Teleologiefaßt stillschweigend die Hypothese in sich, daß wirim Stande seyen, die eine Erscheinung als Zweck,