Druckschrift 
1 (1822)
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

( 34 .)

zu interpretiren, gleichsam in der Physiognomieder Narur zu lesen; wenn wir, nach dem Bei-spiele mancher gelungener Versuche, auch noch wei-terhin streben, mit unserm ganzen Wesen (nichtblos mit dem abstrahirenden Restepionsvermögen) indie Natur zu dringen, so kann es uns nicht fehlen,nach und nach zu einem weitumfasscndern, gei-stigern, sinnigern, zu einem der Lebendigkeitund Vielseitigkeit unsers innern Sinnes weit ange-messtnern Gesammtbilde der Natur zu gelan-gen, als dieses nach der bisher größtentheilö ange-nommenen atomistischen Methode möglich war,welcher gemäß die intellektuelle Naturanschauung(gleichsam im Geiste des Zunftwesens) gewaltsamgetrennten Doctrinen unterworfen ward, wodurch daswidernatürlich aus seinem Zusammenhänge Ge-rissene, das einseitig dem grübelnden Verstände,von allem Lebenszauber beraubt, Dargebotene blosin Zerrbildern erscheinen konnte.

Nur möge künftig in der Naturphilosophie daseitle Streben aufgegeben werden, aus dem uns un-erfaßlichen Begriffe des Absoluten das Realeconstruiren zu wollen; und sorgfältig mögen wir csbei dem Philosophien über Natur vermeiden, mitso manchen, ohne gehörige Würdigung ihres eigent-lichen Sinnes, zur Mode gewordenen Ausdrücken zuspielen, so wie aus entfernten Aehnlichkeiten und ausschielenden Vergleichen Schlüsse zu erkünsteln, diesich mit einer gesunden Logik nie vertragen werden,