Druckschrift 
1 (1822)
Entstehung
Seite
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(rZ.)

Zungenstiches zu erinnern fähig ist. Folgt hieraus,daß mit der nun künstlich hervorgebrachten Empfin-dung der Stiche an der Zungenspitze, das ehemaligeKrankheitösymptom selbst wieder hcrbeigeführtworden sey? Ließe sich behaupten, es sey in diesemFalle die ehemalige Krankheit einem Theilenach auf einige Augenblicke aufgeregt worden? Und möge der letzte Vehikel jener Krankheit wohlnichts Anderes seyn, als mehrere, aus eine gewisseWeise modisizirte, an den gehörigen Orten des Kör-pers angebrachte, wirkliche Nadelstiche?

Niemand würde sich geneigt füllen, dergleichenalberne Fragen bejahen zu wollen. Nun frage ichaber: Ware der Schluß von dem künstlich erregtenZungenstiche auf das Prinzip der Krankheit alsModifikation von Nadelstichen verwerflicher/ als je-ner, wo man aus einigen durch Galvanismus her-vorgebrachten lebensahnlichen Zuckungen auf hervor-gebrachte Lebenösymptome schließt; oder wo man inder Sucht, das Unbegreifliche zu begreifen, wohlgar so weit geht, zu schließen: Es sey das Lebenendlich nichts als ein galvanischer Prozeß?

Es darf mit Recht das sich so einseitig derErklarungssucht hingebende Naturstudium derneuern Zeit in der Rücksicht eines wesentlichen Ge-brechens beschuldigt werden, daß sehr häufig, beiconrurrirenden mehrfachen Erscheinungen, die eine