Druckschrift 
1 (1822)
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

(i;.)

rer Ucberlegung zeigt sich bald die Seichtheit undUnstatthaftigkeic solcher im Laboratorio gefällter Macht»spräche. Hierüber nur einige kurze Betrachtungen.

Der um die Erperimmkalphysiologie sehr ver-diente Herr Dr. Wcinholv ") führt, unter vielenhöchst interessanten Versuchen, folgendes in mancherHinsicht lehrreiche Experiment an, wodurch mancherLeser geneigt werden möchte, das Thierleben als ei-nen galvanischen Prozeß zu betrachten: Zwei vierWochen alten Kahm wurde Hirn und Rückenmarkgänzlich herausgcnommen, und nach völligem Todebeide Höhlen mit einer Mischung auö Zink, Silberund Quecksilber dicht angefüllk. Die eine erhob denKopf, öffnete die Augen, sah einige Zeit starr vorsich hinaus, versuchte in kriechender Stellung zu ge-hen, sank zusammen, erhob sich, hupfte herum undsank nun erschöpft nieder. Jeht, nach i; Minuten,pulsirte das Herz noch. Die Absonderung des Ma-gens und der Galle war stärker als gewöhnlich, unddie thierische Wärme hatte sich völlig wieder einge-stellt. Die zweite zeigte Lichtscheu bei Annäherungeines brennenden Lichtes; die Pupille verengte sich.Und beim Aufklopfen Mit einem Schlüssel auf denTisch fuhr sie zusammen.

Der hier erkünstelte- Zustand, durch galvanischeEinwirkung hervorgebracht, hat allerdings viel ähn-

_ - g

Weinhold über das Leben und seine GruNdkräfte aufdem Wege der Erpenmenraiphysioiogie. '