Einleicu u g.
Mit einer einseitig construirten Begriffs Phi-losophie wird sich derjenige nie begnügen, dem esernstlich um das Erfassen der Harmonie an demWalten außer ihm und in seinem Eigenwesen zuthun ist, der sich gleichsam in das All hinein zuorientiren strebt, dem seine Philosophie zu-gleich seine Religion ist, der (wie Jacob! dießso schön ausspricht) zu Verstände kommen möch-te über die ihm angeborne Andacht zu ei-nem unbekannten Gotte
der Seele sind, wie kann der einzelne Ausfluß, z. B.das Denken, diese Urkraft in sich aufnchmcn? wiekann die Spekulation, als Produkt der Urkraft,zugleich der ganzen Produktivität sich gleich stellen?Kein Abbild saßt sein Urbild in seiner Reinheit undFülle auf." (Es äußert sich aber die Urkraft derSeele als Simultanprinzip des Denkens, Füh-lens und Wolle ns).
*) Die sonderbare Anforderung, es dürfe die Philoso-phie sich nie den Gebilden der Einbildungskraft,den Regungen des Gefühles Hingaben, erinnert andie Einseitigkeit einer ästhetischen Schule der neuern Zeit,welche dem Dichter alles Denken verbieten wollte.Sehr schön, dieser Grille sich entgegensetzend, sagt Conzzu dem Künstler:
„Soll es oben herrlich tagen,
„Tief in hcil'gcr Dämmrung Grund„Muß des Lichtes Wurzel schlagen,
„Höhe macht die Tiefe kund„Daß in stiller Nacht empfangen„Hell die Wunderblumen prangen.
Uebcrhaupt frage ich: Läßt sich denn so unbedingt be-haupten, daß wir zu einer richtiger» Ansicht und Wür-