werden möchte, in eine Sucht nach Spitzfindig-keiten aus, die dann oft allverletzend sich gegendas Gesetz selbst wendet?
Der Arzt zieht sich aus einer Welt berauschen-der Vergnügungen zurück, und weiht sich forschendeinBetrachten der Heilkraft, welche die sich unaufhör-lich selbstzerstörende Natur barmherzig in des Mine-rales, der Pflanze und des Thicres Innerstes ver-barg; — ermüdet nicht an dem Jammer, an dembeinahe erbitternden Anblicke des über die Mensch-heit ergossenen Füllhornes unzähliger Leiden; er laßtsich nicht abschrecken durch die der Verzweiflung ab-gedrungcnen Vorwürfe über des Menschen Ohmnachtan dem Willen des Geschickes; er duldet die De-müthigung so mancher fehlgeschlagencn Hoffnung, dieer baute auf mühsam erlerntes Wissen, auf sinnreichersonnene Combinationen; und dieß Alles (verdienter ja den Namen eines Arztes in der würdigstenBedeutung des Ausdrucks) des schönen StrebenS we-gen, die Summe der Leiden zu mindern. Al-lein, wie oft sehen wir dieß hohe Ziel allmählig demAuge des ihm Nachstrebenden sich entrücken, undbloS mehr wissenschaftliche Neugierde odereitlen gelehrten Tand zum Hauptzwecke sich ge-stalten; wie oft geht Alles nur mehr dahinaus,das jedesmalige Verfahren durch Autori-tät und wissenschaftliche Darstellung zubeschönigen, so wie nicht minder, sich damit zu-frieden zu stellen, wenn das am Leichname künstlich