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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Es war eine verliebte Scene, wie sic allenfalls ein Vaterbelauschen konnte.

Ein seines Weilchen nahm er sich auch unbemerkt dieFreiheit, das süße Geschwätz zu behorchen; es blieb ihmaber so unverständlich , als ob die Leutchen syrisch oderarabisch plauderten. Es war ein Galimathias von einzel-nen, abgebrochene» Worten, mit langen Gedankenstrichenvon Seufzern dnrchwcbt kurz, die Sprache der Ver-liebten, die kein Unvcrlicbter ohne Dolmetscher versteht.

Nach und nach wurden die Seufzer immer länger, dieWörtchen kürzer, und endlich verwandelten sie sich gar instumme Küsse. Diese allgemeine Weltsprache bedurfte kei-ner llebcrsetzuug, und der Hauptmann wußte nun ganz,woran er war. Es schien ihm bedenklich, die jungen Leutezu tief in den Text gerathcn zu lassen; er trat also miteinem raschen Schritt ins Zimmer und rief:Mariane,was machst du hier!"

Die armen Ucberraschtcn flogen von ihren Sitzen empor,als sähen sic einen Geist. Der hoch erröthcndc Junkerschnitt einen übel gcrathcncn Bückling. Mariane bedecktezitternd ihr erblaßtes Gesicht mit dem Schnupftuch undgab keine Antwort.

Ich frage, was du hier machst?" wiederholte der Haupt-mann mit sanftem Ernst.

Das arme Mädchen sah jetzt bald den zürnenden Vater,bald den verblüfften Liebhaber an, zuckte bald am Schürz-chen, bald am Halstuch, öffnete bisweilen zum Sprechenden Mund, schloß ihn aber wieder, ohne gesprochen zuhaben, und stammelte zuletzt; Papa die Fledermaus.

Wo? wo?" rief Alwtng, und blickte scheu umher.Woist sic? Ich sch' sie ja nicht!"

Mariane konnte sich bei aller Verlegenheit, in der sie

Lmigbeili's gimnill. Schr. XIII. Bd. 23