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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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dem er de» fungcn Edelmann zu Bett gebracht hatte, selbstauch ruhig in seine Feder».

Gegen Mitternacht trieb ihn irgend ein Bedürfnis! wie-der heraus. Er schlich, mit einem Blcndlatcrnchen in derHand, behutsam auf Filzsockcn, um Richarden nicht auf-zuwccken, bei dessen Schlafzimmer ihn sein Weg vorbeiführte. Dort gab cs aber noch keinen Schlummer zu ver-scheuchen. Dev leise Nachtwandler horte mit Befremdeninwendig flüstern. Er blieb stehn und horchte. ZweiStimmen kosten traulich zusammen. Eine gehörte demJunker z das war ausgemacht, lieber die andere hingegenward er mit seinen eigenen Ohre» uneins. Sic wolltenseinen väterlichen Unglauben durchaus überzeugen, es scyMariancns Stimme.

Der ehrliche Lauscher befand sich in einer unangenehmen,zwcifclvollcn Lage. Sollt' er, um hinter die Wahrheit zukommen, wie ein strenger Polizeiman», auf Oeffnung derThür dringen, und dadurch das Recht der Gastfreundschaftverletze»? oder sorglos wie ein Tauber vorüber gehen,und das Abenteuer gar nicht untersuchen? Er hatte zueinem so wenig Lust, als zum andern. Endlich entwickeltesich der Knote» seiner Bedenklichkeiten durch die Entdeckung,daß die Thür nicht verschlossen, sondern nur angelchnt war.

Ha, dachte der alte Kriegsmann, wenn ihr eure Festungselbst so übel bewahrt, so dürft ihr euch nicht wundern,und cs geschieht euch Recht, wenn man heimlich hineinschleicht. Hierauf stahl er sich geschwind und ohne Ge-räusch mit dem Kopf zwischen Thür und Pfoftc, und fandmm leider durch seine Augen bcstäligct, was er vor eini-gen Minuten den Ohren abstrcitcn wollte. Marianchenwar wirklich da, und saß »eben dem Junker, -Hand inHand, übrigens ehrbar und züchtig, auf dem Soxha.