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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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kennt sich selbst am wenigsten. Zwanzig Jahre tiefer insLeben hinein machen wohl kluger.

Oberster. Nicht immer, Freund, nicht immer. DerWeg, den ich cinschlug, war der sicherste. Doch sorgt' ichauch für den Fall, wen» etwa der Feldherr, der als Kom-inandostab eine Hippe führt, mich unoermuthet znm Ab-marsch kommandirte. Ich machte nämlich ein Testament,worin ich vcrvrdnctc, dir deine Schuldverschreibung durch-strichen und zerrissen, sanimt allen von dir bezahlten In-teressen zurückzugebcn.

A lwing. Aber bedenken Sic, edler Mann, ihr NeffeOberster. Schweig von diesem Wüstling! Er gingans Reisen, um, wie er sagte, Menschcnkcnntniß cinzusam-mcln; wie ich aber hörte, studirt er sie blos bei den Buh-lerinnen in London und Paris, und lauert in den Armender Schwelgerei und Wollust auf die Nachricht von meinemTode. Dann wird er mit Kouricrpferdcn kommen, umdie Erbschaft zu heben; jetzt aber fragt er nicht eher nachmir, als bis er neue Wechsel braucht. War' ich nunnicht ein lächerlicher Thor, wenn ich für diesen Undank-baren Geld zusammcnscharrte und mich des Vergnügensberaubte, einen alten, wackcrn Freund zu unterstützen? Neinjenem Sausewind zu Gefallen hätt' ich keinen Buchstabenin meinem letzten Willen verändert, nun aber muß ichfreilich einen andern entwerfen, nachdem die Fledermausdeinen Schuldschein vernichtet hat.

Alwing. Das verdammte

Oberster. Halt! du willst doch wohl nicht etwa deineWohlthätcrin schimpfen? Sie ist cs in der That. Hättesic sich nicht ins Spiel gemischt, so warst du vielleichtnoch manches Jahr mein vermepntlicher Schuldner geblie-ben. Da ich aber bei' dieser Gelegenheit erfahren habe,