-<-§> 343
Seele! Also hat Rache, niederträchtige Rache die verwü-stende Schccrc geführt? O es ist ein schreckliches Schicksal,an einen solchen Unhold, wie du, mit ewigen Ketten ge-schmiedet zn scpn!
Sie. Wie pathetisch! Du sprichst ja so hoch, wie einTrauerspiel! Immer weiter in dem Text! cs kann nichtschaden, wen» dn dich ein wenig in der Bcrcdtsamkcit übst.
Er. Stoff genug hätt' ich. Dn beträgst dich bei allenmöglichen Vorfällen als meine geschwornc Feindin. Jetztwar nun die schönste Gelegenheit, mir das verhaßte Ge-schöpf, die Fledermaus, vom Hals zu schaffen. Es wäremir nngcmcin lieb gewesen; ich hätte vielleicht sogar denVerlust meiner Haare darüber vergessen: aber nein, dasLeben wird ihr geschenkt, damit sic mich weiter necken kann.
Sic. Wenigstens fliegt sie dir nun nicht mehr in dieHaare.
Er. Dafür hat deine milde Hand freilich gesorgt. Aberdennoch wird die verwünschte Bestie mich noch oft erschre-cken. Wie leicht hättest du ihr nicht das ans ewig ver-bieten können?
Sie. Was dn nicht sagst! Also soll ich den Scharf-richter machen, wenn sich die oder jene Kreatur an derMajestät deines Hauptes versündiget?
Er. Ich wollte, daß die Fledermaus nun zur Dank-barkeit dein Scharfrichter würde und in der Gestalt einesbösen Kobolds dich todt peinigte.
Sic. Ei» frommer Wunsch, der mir aber nicht diegeringste Sorge macht. Ich und die Fledermaus thun ein-ander nichts.
Er. Ihr sepd freilich ein Paar würdige Schwestern.
Kunigunde verließ jetzt mit schmetterndem Hohngclächterdas Zimmer und schlug die Thür so krachend hinter sich