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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Durch diese Katzcnfrcundlichkeit getäuscht, saß er gedul-dig, wie ciu Schaf bei der Wollschur. Er ahnctc nichtKunigundens boshaften Plan und sah nicht ihr schrecklichesMicnenspiel hinter seinem Rücken. Rachgier und Schaden-freude legte» auf ihrem Angesichte die Masken ab undbildeten cs zu einer vollkommenen Teufclsphysiognomie.

Mit gierigen Händen, zu Klauen gekrümmt, ergriff siejetzt Alwings unschuldige», von der Fledermaus gar nichtberührten Haarzopf, und schneller, als man Nu sagt, warer glatt vom Kopfe weggcschnittcn.

Dieß unverdiente Schicksal traf auch im nächsten Augen-blick eine völlig gesunde Locke, und dann zog erst der Würg-engel über die andere, wo sich der Nachtvogel cinlogirthatte. Sie ward ebenfalls im Hui abgemäht und nebstder sorgfältig geschonten Fledermaus zum Fenster hinausgeworfen.

Alwing saß während dieser Verwüstung natürlicher Weisenicht still. Er schrie laut, wie unter Mördcrhänden undsuchte zu entfliehen. Allein Kunigunde streckte sich mitihrem Nicsenkörpcr wie ein drückender Alp über ihn, undhielt ihn zugleich so fest bei den Haaren, daß er sich nichteher vom Stuhl cmporarbcitcu konnte, bis das Werkvollbracht war. Jetzt ließ sic ihn los. Der erste Gebrauch,den er von seiner Freiheit machte, war ein Sprung zumSpiegel. Er schauderte vor seiner eigenen Gestalt undrief vcrzwciflungsvoll aus:O du grausames Weib, washast du gcthan!"

Sic. Was wcrd' ich gcthan haben? Deinen WillenHab' ich gcthan.

Er. Meinen Willen! Wie kannst du so unverschämtreden? Bat ich dich nicht, meine Haare zu schonen? Heh,bat ich dich nicht?