Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
338
Einzelbild herunterladen
 

---L> 338

nachherigcn Verfolgungen answich. Alwing setzte verge-bens auf ihren Kopf einen Preis. Niemand ward so glück-lich, ihn zu verdienen.

Sie war cs, deren plötzliche Erscheinung den Kapitänin dem stillen Genuß eines Pfeifchens störte, welches erin die kühle Lust eines lieblichen Svinmcrabcnds zum Fen-ster hinaus dampfte. Er überwarf sich, wie wir horten,mit der Natur über die Schöpfung der Fledermäuse, undschielte zugleich durch die Scheiben, um den Flug seinerFeindin zu beobachten. Es schien aber, als ob sic ihmnur gelegentlich einen guten Abend habe bieten wollen;denn sie flog nicht wieder vorüber.

Nachdem er eine halbe Stunde hinter der Verschanzungseines Fensters gesessen hatte, erlag er der Versuchung,cs wieder zu öffnen. Er verfuhr dabei mit schlauer Be-hutsamkeit, und schickte vor der Hand nur seinen türkischenPfcifenkopf durch eine kleine Lücke gleichsam auf Kund-schaft ans. Der Weg blieb rein. Nirgends war eine

feindliche Bewegung wahrzunchmcn. Nur dann und wannschwirrten friedliche Maikäfer vorbei.

Nun wagte der Hauptmann, seinen Kopf dem Türken-kopf nachzuscndc». Seine Augen flankirtcn Anfangs mitmöglichster Geschwindigkeit rechts und links, um einenUebcrfall zu verhüten. Allein nach und nach wurden siedieser Thätigkcit müde und ruhten bisweilen auf dem Gi-pfel eines vom Mond bestrahlten Baumes oder auf dersilbernen Welle des Wicsenbaches. Einer dieser sorglosenAugenblicke kam aber theuer zu stehen, weil ihn die Fle-dermaus zu einer boshaften That benutzte. Sic schwebtevon einer unbewachten Seite daher, richtete schnurstracksihren leisen Flug nach dem Kopfe des ruhigen Schmau-chers, und eh er sich des Unglücks versah, saß sie in sei-

i---'