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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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franken, einen tollen Streich berichten muß. Wohlan, wirwollen uns jetzt in diesem reinen Spiegel der Wahrheitund Unbefangenheit beschauen, und dadurch zu dem Muthestarken, auch von nnscrmFreund Alwing eine kleine Schwach-heit öffentlich bekannt zu machen.

Dieser alte, deutsche Dcgcnkuopf, der in mancher Schlacht,donnernden Feuerschlüuden gegenüber, wie ein Fels imstürmenden Meer gestanden hatte, fürchtete sich, wie einKind, vor Fledermäusen. Wo er eine sah, ergriff erschimpflich die Flucht. Er ward von seinen ehemaligenKameraden, die zwar vor Kanonen zitterten, aber gegenFledermäuse rechte Helden und Eiscnfrcffcr waren, oftdarüber verspottet; dennoch war cs ihm unmöglich, sichmit Tapferkeit gegen diese geflügelten Feinde zu rüsten.

Die Burg seiner Väter, ein altes, gothischcs Gebäude,war seit Olims Zeiten ihr Hauptquartier. Sobald csAbend ward, zogen sie in Schaaren aus und machtenfür ihn das ganze Haus unsicher. Er kündigte ihnen, alser sei» Schloß znm beständige» Wohnort wählte, öffentlichden Krieg au, überfiel sic, an der Spitze seines bewaffne-ten Hausgesindes, in ihren Quartieren und tödtetc Tau-sende. O wie weit war das Schicksal dieser unglück-liche» Nachtvögel von dem Schicksale mancher Menschen,die ihnen gleichen, verschieden! Diese befinden sich am be-sten , so lange sie in den finster» Gegenden der Dumm-heit und Geistesarmut!) verweile». Niemand haßt sie, Nie-mand verfolgt sic. Die Wiener Zeitschrift setzt ihnen so-gar löschpapierne Monumente. Jene hingegen wurdeneben, weil sie im Dunkeln herumflattcrtcn, vernichtet.Ihre Niederlage war fürchterlich und fast allgemein. Esentkam durch schnelle Flucht nur Eine, die aber an Keck-heit und Größe die Erschlagenen übcrtraf, und auch allen

leuigbeui'S eämmtt. Sehr. Xlll. Bd. 22