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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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chelt seyn. Alwing hingegen war von Natur ein gerader,ernsthafter Biedermann, der in seinem Leben nie, selbstals Jüngling nicht, wenn er auch glühend liebte, die ho-nigsüße Sprache des Stutzers gesprochen hatte. Es fielihm daher ganz unmöglich, diesen fremden Ton, zu demer sich ein halbes Jahr mit der peinlichsten Anstrengunggezwungen hatte, länger im Umgänge mit einem Weibesortzuführcn, das er nicht lieben konnte. Er glaubte denForderungen der Dankbarkeit genug zu thuu, wenn ersich als ein freundlicher, gefälliger Ehemann betrüge. Seineempfindsame Hausfrau war aber damit nicht zufrieden,sondern klagte vom Morgen bis zum Abend über seinenKaltsinn, und erklärte zuletzt ganz unverblümt, daß sievollkommen berechtiget scy, Liebkosungen von ihm zu er-warten, da sic solche theucr genug erkauft habe.

Dicß war gleichsam das Manifest einer ewigen Haus-fchde. Alwings Antwort goß vollends Ocl ins Feuer.Herzliche Liebe," sprach er,ist nirgends für Geld feil;am wenigsten aber, wenn man mit grauen Haaren zuMarkt geht." Ein Furicnblick, von dem Wurf einerKaffeetasse nach seinem Kopfe begleitet, eröffnete nnn vonKunigundens Seite förmlich den Krieg.

Mit dieser Feierlichkeit hielt der Ehcteufcl Asmodi sei-nen Einzug in Alwings Mauern. Ein einziges bösesWeib quälte nun den unglücklichen Hauptmann mehr, alsalle seine vorigen, mit Schuldbriefen bewaffneten Quäl-geister. Diese fanden sich ohnedem, nach abgclaufcncnNachsichtsfristen, allmälig wieder ein, und er sah sich ge-nöthiget, um nur die unermüdetstcn Läufer los zu wer-den, ein neues, beträchtliches Kapital bei einem wohlha-benden Nachbar aufzunchmen, der ehmals mit ihm beteinem Regiment! als Oberster gestanden und sich nun