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gen. Sie druckte sich mit verhülltem Gesicht in eineEcke und befahl dem Kutscher, so schnell als möglich zufahren. Allein Herr Michel, der das Entführungswcsennicht aus Romanen gelernt hatte, und eben so, wie seinealten Gurren, die Bcdacbtsamkeit liebte, ließ sich dadurchnicht irren, sondern schleifte die Verlobte» im ruhigstenBierwagcnschritt aufs nächste Dorf, wo der Pfarrer denSegen über sie sprach.
Die Schönheiten, von denen der neue Ehemann nochin derselben Nacht Besitz ergriff, gewährten ihm, wie manvon guter Hand weiß, wenig Vergnügen. Angenehmerwaren ihm die klingenden Reize, die er am folgenden Tagemit lüsternen Augen und Händen durchlief. Seine Freudeließ aber nach vollendeter Musterung die Flügel etwasfinken. Er fand das Heer des holländischen Fußvolks undder lünebnrgischcn Rosse, womit ihm seine Gemahlin ge-gen die furchtbare Macht seiner Gläubiger zu Hülfe kam,um die Hälfte kleiner, als es der lügenhafte Mund desGerüchts angegeben hatte. Von unten hinauf und vonoben herunter gezählt, war und blieb cs zu schwach, ihmeinen allgemeinen Frieden zu verschaffen. Es reichte nurmühsam hin, einige seiner hitzigsten Feinde ganz aus demFelde zu schlagen und mit den übrigen einen Waffenstill-stand zu schließen.
So war doch wenigstens ans einige Jahre die Ruhevon außen gesichert. Bald aber brach ein innerlicher Kriegbei ihm aus. Seine Gemahlin hatte sich in ihrer Roma-nengrillc so tief eingenistct, daß sie auch jetzt noch dasgirrende Turteltaubenlcbcn des Brautstandes fortznsetzenverlangte. Sie hielt sich, von der Taschenspiclerin Eitel-keit geblendet, für jung und schön, wollte nach diesemMaßstabe behandelt, und immer geschmeichelt und gcstrei-
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