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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
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In sechs Stunden wird euch der Scharfrichter den Kopsvor die Füße legen."Das muß der Scharfrichterwohl bleiben lassen!" sagte der Missethätcr, nachdem erjene Worte gelesen hatte.Ich habe nichts mit ihm zuthun. Sind nicht lauter ehrliche Leute um mich? Es wirddoch wohl kein Scharfrichter darunter sepn?" Er for-derte hierauf Wein, und trank so viel und so hastig, daßman ihm die Flasche wieder wegnchmcn mußte.

Ein Aktuar, gegen den er immer viel Vertrauen gezeigthatte, blieb jetzt allein bei ihm. Er sprach nun in einemruhigen Tone von gleichgültigen Dingen und las verschie-dene für sich selbst entworfene Grabschristen vor, worinauf die ihm bcigcmeffenc, verbotene Liebe angespiclt war.Während dieser Unterhaltung vergaß er seine Taubheitvöllig, nahm sie aber sogleich wieder an, als der Aktuardas Gespräch auf de» Tod lenkte. Die Schreibctafcl mußtenun abermals zur Hand genommen werden. Nachdem erdie Ermahnungen des Aktuars gelesen hatte, sprach er sanftund bittend:Warum scherzen Sic so grausam mit mir ?Sie sind ja mein guter Freund!" Jener antwortete: Wiekönnen Sie glauben, unglücklicher Mann, daß ich in die-sem wichtigen Augenblicke mit Ihnen scherze? Fügen Siesich doch endlich in Ihr unabänderliches Schicksal! Dreieinstimmige llrthcilc haben Ihnen das Leben abgcsprochen,und che die Sonne wieder aufgeht, sind Sie nicht mehr!"Diese Worte schienen die Seele des Unglücklichen mächtigzu erschüttern. Er sah mit stummer Wchmuth vor sich-hin, legte sich auf dem Bette zurück, wandte die Augengen Himmel und lag so eine Viertelstunde lang in tiefenGedanken.

Diese aufwallcnde Rührung ward jedoch durch das Knar-ren der Gefängnißthür, welches einige Neugierige verur-