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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
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Er spielte unterdessen die Rolle des Verrückten fort, ver-gaß sic aber oft Wochen lang und sprach vollkommen ver-nünftig. Der Stallmeister war ganz in Ungnade bei ihmgefalle», und ward, so oft er sich blicken ließ, mit Stroh-wischen geworfen. Zur Ursache dieses Haffes gab der Ar-restant an: Der Wirth vom Hanse wie er den Stock-mcistcr nannte lasse immer bei Nacht die Thür offen:da schleiche der Alp herein und drücke ihn.

Eines Tages entdeckte man in seinem Bette Bruchstückevon Arzneigläscrn. Dieser Fund erklärte dem Arzt einenunnatürlichen Blutauswnrf, den der Delinquent bisher ge-habt hatte. Er mochte wahrscheinlich Glas verschluckt ha-ben, um sich vom Leben zu helfen. Doch seine Absichtschlug fehl. Der Tod kam nicht, sondern wollte seineDenke am Hochgericht erwarten.

Denn nun erschien das letzte Urtheil, das die vorigenbestätigte. Als der Jnquisit zu dessen Publikation ansdem Gefängnisse geführct werden sollte, benahm er sichals ein Unsinniger und mußte mit Gewalt fortgeschlcpptwerden. Beim Eintritt in die Vcrhörstnbe ward er ruhig.Man cröffnctc ihm, daß ein Urtheil angckommcn scy, wel-ches ihm vorgclcscn werden sollte. Da sah er die Gerichts-Personen starr an und rief:Ich bin taub, stocktaub. Ichmerke wohl, daß die Herren Gericht halten und böse aufmich sind; allein ich verstehe kein Wort, was sic sagen."

Diese Verstellung war so augenscheinlich, daß man sichdadurch nicht abhalten ließ, das Urtheil mit lauter Stimmezu lesen und ihn zur Vorbereitung zum Tode zu ermahnen.Er blieb aber bei seiner angenommenen Taubheit und schrieim Abtrctcn:Ich bin ein römisch-katholischer Mann undhabe mit euch Allen nichts zu schaffen. Schickt mir einenkatholischen Priester!"