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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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darauf aber fing er an, von Krieg und Schlachten irrezu reden, und sprach über das Schicksal verschiedener Län-der Prophczeihungen aus, die ihm ein Engel offenbarethaben sollte.

Jetzt nahm sich der Aktuar die Freiheit, ihn an sein eig-nes Schicksal zu erinnern.

Wer ist der Herr?" fragte G " mit barschem Ton.

Sie kennen mich nicht?" sagte Jener.Ich bin einAmtsaktuar, den Sie oft gesehen haben."

Aha!" rief der Gefangene mit höhnischem Lächeln:Der Herr ist also ei» Gcrichtsmann? Wart' er, wart'er!" Hierauf griff er schnell nach seinem Nachtgeschirr, umes dem Aktuar an den Kopf zu werfen. Der Stockmcisteraber fuhr zu und schloß ihm die Hände. Nun war er einWeilchen ruhig; doch bald begann er wieder zu fantasircn.Sei» ganzes Benehmen war erkünstelter Wahnsinn.

Zum Ucberfluß ward ihm noch eine Schntzschrift gestat-tet. Deren Verfasser gab sich die möglichste Mühe, zubeweisen, daß der Verbrecher nicht allein jetzt wahnsinnigsey, sondern schon vor der Mordthat bisweilen Anfällevon Verrücktheit gehabt habe. Das Zcugniß eines Arztes,der den Jngnisitc» nie mit Augen gesehen hatte, und dieVersicherungen eines Schweden, der aus Landsmannschaftpartheiisch anssagtc, waren die einzigen schwachen Stützendieses Vorgebens. Sie wurden aber durch eingezogeneNachrichten von glaubwürdigen Leuten, die den Gefange-nen seit mehreren Jahren kannten, und durch die Berichtevon drei Acrzten, die ihn von Zeit zn Zeit im Kerker be-sucht und geprüft hatten, umgcworfcn. Hierüber erhobsich unter den Doktoren ein hitziger Fcderstreit, den endlichdie medicinischc Fakultät zn Halle dahin entschied, daß G""nicht für wahnsinnig zu halten sep.