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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
304
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Diescs Jahr wird wohl mein letztes sepn. Gott gebe,daß ich nicht mit einem traurigen Zufall ende. Ich sehenun, wozu meine Ehre und mein wuthcndeS Schicksal michzwingt."

Diesen Brief ließ er durch eine Weibsperson aus Oels-nitz an Ulriken bestellen und deren Großeltern dabei sa-gen:Sic sollten nicht umsonst die Thorc vor ihm ver-schlossen haben. Wenn er nächstens mit zehn oder zwölfMann käme, würden sie ihn wohl einlassen müssen."Er drohete der Botin:So sie diesen Auftrag nicht aus-richtcte, wollte er ihr auf der Straße aufiauern und ihrden Lohn geben; er habe dazu schon Kerls bei sich."Und am Ende brach er noch in Schmähungen gegen Ul-rikens Großmutter aus, die den Vorsatz einer nahen, blu-tigen Rache deutlich vcrricthcn.Daß sic mir mein Kindraubt, sprach er wiithcnd, das soll und wird ihr noch denHals brechen. Ich will eher mein Leben, als meine Toch-ter lassen."

lieber diese Drohungen crschrack M"" so wenig, als obsie ihm gar nicht zu Ohren gekommen wären. Er hieltden Oberstlicutcnant für einen windigen Polterer, der sichLurch leere Worte furchtbar machen wolle, und dein eskein wahrer Ernst ftp, sie jemals in That zu verwandeln.Ucberdicß trotzte der Greis, wenn es ja zu einem Ucbcr-sall kommen sollte, auf seine festen Thiircn und baumstar-ken Knechte. In diesen sorglosen Gedanken unterließ er,den Schutz der Gerechtigkeit zu suchen, wodurch er sichviele Thronen erspart haben würde.

Denn G" faßte nun ernstlich den wilden Entschluß,Ulriken zu entführen, und schlich lange mit spähendenAugen umher, um zu dieser Unternehmung tapfere Spieß-gesellen zu finden. Endlich entdeckte er sich zweien Officiercn,